Stellungnahme des BVKSG e.V.

Stellungnahme zur Petition „Sternenkinder: Ort der Trauer bewahren“ und zur Situation auf dem Friedhof St. Hedwig (Berlin)

Der Bundesverband Kindstod in Schwangerschaft und nach Geburt e.V. nimmt die derzeit öffentlich geführte Diskussion rund um die Grabstätte für Sternenkinder auf dem Friedhof St. Hedwig in Berlin sehr ernst. 

Trauer um ein verstorbenes Kind ist tief, individuell und oft von starken Emotionen begleitet. Diese Gefühle verdienen Respekt und Raum.


Gleichzeitig sehen wir es als unsere Aufgabe, Situationen sorgfältig einzuordnen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und zur Versachlichung beizutragen.

Unser Vorgehen als Bundesverband

Die Initiatorin der Petition hat sich mit der Bitte an uns gewandt, diese über unsere Kanäle zu verbreiten. Da wir als Bundesverband keine Inhalte ungeprüft teilen, haben wir uns entschieden, zunächst Rücksprache mit der Friedhofsverwaltung zu halten und die Hintergründe umfassend zu klären.


Dieses Gespräch wurde von unserem Mitglied Anita Stech (Polarstern e.V.) geführt, der wir für ihre sachliche, empathische und vermittelnde Gesprächsführung ausdrücklich danken.

Was wir klären konnten

Im Austausch mit der Friedhofsverwaltung wurde deutlich

  • Die Grabstätte für Sternenkinder besteht seit rund 30 Jahren.
  • Sie wird seit etwa 20 Jahren von derselben verantwortlichen Person betreut, die sich mit großem Engagement und hoher Sensibilität für die Belange trauernder Familien einsetzt.
  • Es existieren zahlreiche unterstützende Angebote für Eltern, darunter
    Begegnungsformate und gemeinsame Aktivitäten, die von vielen Familien als
    sehr wertvoll erlebt werden.
  • Die Grabplatten der Kinder bleiben erhalten und sollen nach der geplanten
    Umgestaltung wieder in die Fläche integriert werden.
  • Es ist keine anonyme Entfernung oder Auflösung der Grabstätte vorgesehen.

Hintergrund der geplanten Umgestaltung

In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu individuellen Umrandungen einzelner Grabflächen sowie zu einer zunehmenden Ablage von Gegenständen, die teilweise stark verwitterten oder verrotteten. Diese Entwicklungen entsprechen nicht der geltenden Friedhofssatzung und stellten die Friedhofsverwaltung vor gestalterische, pflegerische und sicherheitsrelevante Herausforderungen.

 

Die geplante Umgestaltung verfolgt daher das Ziel, die Würde des Ortes langfristig zu bewahren und für alle Familien einen tragfähigen, respektvollen und gepflegten Ort der Erinnerung zu sichern. Die Grabplatten sollen dabei weiterhin sichtbar Teil des Feldes bleiben.

 

 

Kommunikation mit den Familien

Nach unserem Kenntnisstand wurden die betroffenen Familien bereits seit längerer Zeit über die geplanten Veränderungen informiert, auch die Initiatorin der Petition. Viele Familien, deren Kinder auf diesem Feld beigesetzt sind, haben die Erläuterungen nachvollziehen können und mit Verständnis reagiert. 

 

Das anhaltende Unverständnis besteht nach unseren Gesprächen vor allem auf Seiten der Petitionsinitiatorin, auch nach mehrfachen erklärenden und klärenden Gesprächen. 

 

Mit Sorge beobachten wir, dass sich die Situation zuletzt zugespitzt hat und Mitarbeitende der Friedhofsverwaltung teilweise persönlich oder beleidigend angegangen werden. Dies widerspricht unserem Verständnis eines respektvollen und mitfühlenden Umgangs – gerade in einem so sensiblen Bereich.

 

Unsere Haltung

Als Bundesverband ist es uns wichtig zu betonen:

  • Trauer darf laut, leise, widersprüchlich und individuell sein.
  • Gleichzeitig brauchen gemeinschaftliche Erinnerungsorte klare
    Rahmenbedingungen, um dauerhaft bestehen zu können.
  • Unser Anliegen ist nicht, einzelne Personen zu verurteilen oder Gefühle
    abzuwerten.
  • Unser Anliegen ist es, Verständnis für unterschiedliche Perspektiven zu fördern,
    Dialog zu ermöglichen und sachliche Lösungen zu unterstützen.

 

 

Wir erleben die Friedhofsverwaltung in diesem Fall als offen, engagiert und bemüht, den Bedürfnissen trauernder Eltern gerecht zu werden, und danken ausdrücklich für den respektvollen Austausch.

 

Sobald uns die angekündigten Gestaltungsentwürfe vorliegen, werden wir diese prüfen und – sofern sinnvoll – erneut darüber informieren.

 

Für unsere Kinder.
Für ihre Eltern.
Für einen respektvollen Umgang miteinander.

Link zur Stellungsnahme als PDF-Dokument

Bundesverband Sternenkinder Bundesverband Kindstod in Schwangerschaft und nach Geburt e.V. BVKSG

Über den Bundesverband Kindstod in Schwangerschaft und nach Geburt e.V. (BVKSG)

Der Bundesverband Kindstod in Schwangerschaft und nach Geburt e.V. (BVKSG) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich bundesweit für die Belange von Familien einsetzt, die den Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in der frühen Lebenszeit erleiden mussten. Der BVKSG umfasst Vereine, Institutionen und Einzelpersonen, die sich im Bereich der Sternenkindthematik engagieren. Gegründet wurde er im Oktober 2022 aus einer Initiative des digitalen Netzwerks “Runden Tisch Sternenkinder Deutschland”.

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